Überbauung Brünnen Baufelder 19-21, Bern
Offenes Verfahren
71 Riedbachstrasse, 3027 Bern
Publikationsdatum
22.02.2016
Auftraggeber
Stadtwohnung Bern AG / Baugenossenschaft Aare Bern / Immobilien A-Z AG
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Ueli Marbach (Vorsitz, Zürich),
- Mark Werren (Bern),
- Zita Cotti (Zürich),
- Iris Kaufmann (Bern),
- Pascal Müller (Zürich),
Sachrichter
- Klaus Baumgartner (Stadtwohnung Bern),
- Marcel Mischler (Baugenosseschaft Aare Bern),
- Ruth Schär-Zimmermann (Immobilien A-Z, Bern),
- Ruedi Tanner (Wirz Tanner Immobilien),
Wettbewerbsresultat
Bislang ist die Berner Stadterweiterung Brünnen keine wirklich innovative. Dem Quartier mangelt es an zeitgemässer baulicher Dichte, aber auch an funktionaler und sozialer Mischung. Die Bebauung ist orthogonal und viergeschossig, während als Kontrast nebenan Libeskinds Einkaufszentrum steht.
Auf den Baufeldern 19 bis 21 an der Bahnlinie sollen für drei Eigentümer (Stadtwohnung Bern, Baugenossenschaft Aare Bern, Immobilien A–Z) verschiedene Häuser entstehen: ein «Wohnen mit Service», ein «Boarding House» und ein Haus mit Familienwohnungen. Hierzu veranstalteten die Bauherrschaften einen gemeinsamen Projektwettbewerb nach SIA-Ordnung 142, an dem 26 Teams – der Beizug von Lärmschutzexperten und Landschaftsarchitekten war empfohlen – teilgenommen haben.
Die Jury bevorzugte Lösungen mit drei Bauten gleichartiger Grundhaltung gegenüber verschiedenartig gestalteten. Das Siegerprojekt mit dem programmatischen Namen «Billy» soll, laut Lara Reinacher vom Zürcher Architekturbüro LYRA, durch die Rückbesinnung auf eine schlichte, reduzierte Gestaltung eine Portion Coolness nach Brünnen bringen. Der Entwurf besteht aus zwei Riegeln mit Laubengangerschliessung und einem Punkthaus, das mit dem Bau auf der anderen Strassenseite eine Torsituation bildet. Der einheitliche, vor die Fassaden gehängte Stahlbau für Erschliessung und Balkone weckt gewisse Assoziationen an ein Errex-Regal, was die angestrebte Klarheit jedoch nicht schmälert. Durch die Verlängerung des Stahlbaus nach oben wirkt das Attikageschoss gestalterisch als vollwertiges fünftes Stockwerk und hilft so, die gefühlte Dichte des Quartiers etwas zu steigern.
Alexander Felix Architekt