Studienauftrag SRF Next
Einladungsverfahren
1 Fernsehstrasse, 8052 Zürich
Publikationsdatum
26.01.2017
Auftraggeber
Schweizer Radio und Fernsehen
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Roger Diener (Prof. ETH Architekt BSA SIA BDA, Basel (Moderation)),
- Jonathan Sergison (Prof. dipl. Arch., London/Zürich),
- Anna Jessen (Prof. dipl. Arch. ETH / BSA, Basel),
- Christian Penzel (dipl. Arch. SIA BSA, Zürich),
- Matthias Krebs (Landschaftsarchitekt BSLA),
Sachrichter
- Rudolf Matter (Direktor SRF (Vorsitz)),
- Hansruedi Schoch (Abteilungsleiter Programme SRF),
- Daniel Stoller (Leiter Immobilien SRG SSR),
- Roland Mägerle (Abteilungsleiter Sport und Leiter Business Unit Sport),
- Peter Krähenbühl (Leiter Projekte SRF),
Wettbewerbsresultat
Aufgabenstellung
SRG SSR und SRF beabsichtigen, nach der Realisierung der 1. Etappe mit der 2. Etappe, dem Neubau SRF Next und Zentrale Nord, die Standortentwicklung fortzuführen.
Zusammen mit der Etappe 2 ist die Vorplatzgestaltung zu realisieren. Gleichzeitig soll zur Effizienzsteigerung und Werterhaltung die Sanierung des Hochhauses (Hochhaus West) und des Verbindungstraktes erfolgen. Folgende Etappierung ist für die 2. Etappe vorgesehen:
1. Abbruch Hauptgebäude, Studio-Trakt S
2. Neubau SRF Next und Technikzentrale Nord, Neubau Medienkanal Nord Teilabschnitt 2, Abbruch und Ersatz Passerelle Nord
3. Inbetriebnahme und Bezug Neubauten
4. Umorganisation Eingangsbereich und Sanierung Gebäudehülle Hochhaus
Der Neubau des Gebäudes SRF Next bildet zusammen mit dem Sendeplatz, der Hochhaussanierung und dem Hochhaus aus Etappe 4 den neuen Ankunftspunkt des Campus SRF am Leutschenbach. Die neue Ankunftssituation wird zum Brand und Gesicht der Unternehmung.
Der Neubau SRF Next mit Neubau Technikzentrale Nord sowie die Sendeplatzgestaltung und die Sanierung Hochhaus bilden die Bestandteile des Bearbeitungsperimeters des Studienauftrags.
Empfehlungen zur Weiterbearbeitung
Das Beurteilungsgremium empfiehlt in der Weiterbearbeitung des Projekts von Durisch+Nolli fol- gende Punkte zu berücksichtigen:
- Die Metallaussteifung an der Fassade scheint strukturell redundant und wird als entbehrliches Gestaltungselement beurteilt. Eine Abzeichnung der strukturell relevanten Betonstruktur an der Fassade ist wünschenswert.
- Der Übergang der Passerelle auf den Neubau scheint noch unausgereift. Das zuletzt erläuterte Detail der Metallfassade scheint auch in diesem Aspekt, die Erscheinung und Ausformulierung zu beinträchtigen.
- Die vier Kerne, welche im Entwurf ein wesentliches Element der Gebäudestruktur darstellen, sind in der Ausformulierung hervorzuheben und in der Lesbarkeit konzeptionell der horizontalen Dreiteiligkeit gleichzustellen.
- Es gilt, eine Anpassung der Organisation des Erdgeschosses vorzunehmen, insbesondere die Grösse und Lage der Küche zum Hauptspeisesaal soll überarbeitet werden.
- Obwohl das Atrium in der Grundrissorganisation als wesentlicher Bestandteil beurteilt wird, gilt es, dieses in Bezug auf die Raumproportion und atmosphärisch weiter auszuarbeiten. Die Darstellung zeigt einen kühlen Raum der nicht zu einer behaglichen Arbeitsatmosphäre beiträgt. Die balkonähnlichen Elemente als Besprechungsnischen geben den Büroräumen einen Theatercharakter, den es zu vermeiden gilt. Eine arbeitsplatzbasierte Büronutzung im zentralen Raum des vierten Obergeschosses ist schwer vorstellbar.
- In der weiteren Planung ist zusätzlich Wert auf die Ausarbeitung akustischer und atmosphärischer Qualitäten zu legen. Eine sorgfältige Auseinandersetzung mit der Komfortfrage und die Vermittlung von Behaglichkeit in entsprechenden Zonen ist wünschenswert. Die Fassade ist hinsichtlich der brandschutztechnischen Anforderungen und in Bezug auf die Reinigung zu überprüfen.
Siegerprojekt von Durisch+Nolli Architetti
Der Beitrag von Durisch+Nolli wurde vom gesamten Beurteilungsgremium aufgrund des Inhalts und der architektonischen Qualität gewürdigt. Obwohl sich das strukturelle Konzept bezugnehmend auf die Zwischenpräsentation kaum verändert hat, besticht das Projekt in der Schlussabgabe insbesondere durch die differenzierte Entwicklung und Präzisierung im architektonischen Erscheinungsbild. Der nahezu abstrakte und massive Entwurf der Zwischenpräsentation überzeugt nun durch Eleganz und den hohen Ausarbeitungsgrad.
Das Projekt fügt sich sorgfältig in den übergeordneten Masterplan für das Gelände des Schweizer Radio und Fernsehen SRF ein. Gegenüber den angrenzenden Gebäuden wird die Volumetrie zurückversetzt und spannt somit einen grosszügigen Vorplatz entlang der Strasse auf. Die äussere Gestalt des Gebäudes adaptiert die Erscheinung eines grossen Palazzos. Der rechtwinklige Plan und eine dreiteilig organisierte Fassade verweisen subtil auf den genannten Gebäudetypus. Die vorwiegend aus Glas erstellte Fassade des Gebäudes wird durch sekundäre Metallelemente ergänzt, welche dem Gebäude eine angebrachte Eleganz verleihen. Der sowohl repräsentative Charakter als auch der passende kultivierte Ausdruck werden von der Jury als angemessen betrachtet.
Die Gebäudetypologie des Palazzos findet sich auch in der Grundrissstruktur wieder. Durch die Setzung von vier Kernen werden im Grundriss neun Raumzonen geschaffen. Die Schnitte und Ansichten wiederum zeigen eine Gliederung in ein horizontal dreiteiliges Gefüge. Die mittlere Struktur, das «Piano Nobile» kennzeichnet sich durch das zentral gelegene Auditorium und einen grosszügig proportionierten zweigeschossigen Raum entlang der Fassade. Der Abschluss des Volumens bilden drei Obergeschosse mit Grossraumbüros, die visuell über ein dreigeschossiges Atrium verbunden sind. Die gesamtheitliche Organisation des Gebäudes zeugt von klaren Entscheidungen in Bezug auf das Konzept und die gestellten Anforderungen. Die Effizienz des Volumens, die flexible Raumstruktur sowie die gebäudetechnische Organisation überzeugen.
Das Projekt von Durisch+Nolli erfüllt in der Gesamtbetrachtung die komplexen sowie zukünftigen Anforderungen des Schweizer Radios und Fernsehen SRF am deutlichsten. Die Erscheinung des Gebäudes überzeugt das gesamte Beurteilungsgremium aufgrund der Setzung und des angemessenen repräsentativen Charakters. Die Interpretation und Umsetzung des Masterplans in Bezug auf die Präsenz des Gebäudes steht in einer ausgewogenen Relation. Alles in allem überzeugt der Projektvorschlag durch die adäquate Übersetzung des Gebäudeprogramms.