Rüchlig-Areal im Limmatfeld Dietikon
Einladungsverfahren
36 Oberdorfstrasse, 8953 Dietikon
Publikationsdatum
09.02.2016
Auftraggeber
BEP Baugenossenschaft des eidgenössichen Personals Zürich
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Ursina Fausch (Architektin, Zürich/Aarau (Vorsitz)),
- Peter Baumgartner (Stadtarchitekt, Dietikon),
- Sabina Hubacher (Architektin, Zürich),
- André Schmid (Landschaftsarchitekt, Zürich),
- Cornelia Mattiello-Schwaller (Architektin, Zürich),
- Jürg Bösch (Jürg Bösch, Stadtplaner, Dietikon),
Sachrichter
- Peter Beriger (Geschäftsleiter Nest),
- Ralf Escher (Vorstand BEP),
- Ueli Keller (Vertreter Nest),
- Erich Meier (Leiter Bau BEP),
- Esther Tonini (Hochbauvorsteherin, Dietikon),
- Peter Krähenbühl (Vorstand BEP),
Wettbewerbsresultat
Resultat
Die Stadt Dietikon, im westlichen Limmattal gelegen, ist Teil der Agglomeration Zürich und einem entsprechenden Siedlungsdruck ausgesetzt. Auf dem ehemaligen Produktionsareal des Maschinenherstellers Rapid (Gesamtfläche 87000 m²), unweit des Bahnhofs Dietikon, entsteht seit 2005 der neue Stadtteil Limmatfeld für bis zu 3000 Bewohnerinnen und Bewohner sowie mit rund 2000 Arbeitsplätzen nach einem am traditionellen Städtebau orientierten Masterplan von Hans Kollhoff.
2011 erwarben die Baugenossenschaft des Eidgenössischen Personals (BEP) und die Pensionskasse Nest die Baufelder K und L, um dort gemeinsam eine preisgünstige und zukunftsgerichtete Wohnüberbauung zu errichten. Die Baufelder liegen am nordöstlichen Rand des Gebiets und grenzen direkt an den Limmatkanal. Südlich schliesst die Siedlung Erlenhof von Gigon/Guyer Architekten an. Zur Erarbeitung des Siedlungsprojekts mit rund 230 Wohnungen, Gemeinschaftseinrichtungen und Dienstleistungsflächen luden die Auftraggeber zehn Architekturbüros zu einem Projektwettbewerb ein.
Die Jury entschied einstimmig, das Projekt «Schneewittchen» des Teams um Duplex Architekten aus Zürich zur Weiterbearbeitung und Realisierung zu empfehlen. Sieben allseitig ausgerichtete Wohngebäude und ein zweigeschossiger Pavillon mit den gemeinschaftlichen Einrichtungen der BEP bilden zwei Wohnhöfe mit je eigenständigem Charakter.
Die Mina-Hess-Strasse wird aufgehoben und als Teil des gemeinschaftlich genutzten Wohnhofs interpretiert, um den sich die Gebäude der BEP gruppieren (Abb. 02). Der südliche, ein Geschoss über Stadtniveau angeordnete Hof, an dem sich die beiden Gebäude von Nest befinden, ist von privaterem Charakter. Durch diese Disposition werden die beiden Baufelder zu einer Einheit zusammengebunden. Gleichzeitig gelingt es, klare Adressen mit jeweils eigenständiger Präsenz zu schaffen.
Allerdings diskutiert die Jury das Aufheben der im Masterplan definierten klaren Hierarchie von Strassen- und Hofräumen kontrovers. Zwar fand die Jury Gefallen am freien Umgang des Siegerprojekts mit den städtebaulichen Vorgaben des Masterplans und lobt, dass es gelinge, «die räumliche Enge des nördlichen Baufelds aufzubrechen und dadurch eine hohe Wohnqualität zu schaffen».
Leider zeigt sie sich dann in den Empfehlungen zur Weiterbearbeitung doch zaghafter, indem sie fordert: «Die stadträumliche Ausformulierung von Strassen und Hofraum ist zu überarbeiten. Der Strassenraum der Mina-Hess-Strasse mit den im Gestaltungsplan vorgesehenen Gestaltungselementen (Strasse, Längsparkierung mit Bäumen, Gehweg) ist in geeigneter Form im Projekt zu integrieren.»
Durch diese Weiterführung der Strasse in den nördlichen Hof hinein droht die Situation allerdings eher unklarer zu werden, statt, wie von der Jury gewünscht, «eine räumliche Transparenz zu entwickeln, die vielschichtig interpretiert werden kann». Das Ziel sollte sein, beide Höfe mit wenigen Elementen grosszügig zu gestalten, damit sie den Anforderungen an Gemeinschaftsflächen auf vielfältige Arten gerecht werden können.
Die Wohnungsgrundrisse mit Loggien sind um einen Wohnraum als Mitte organisiert und vielfältig geschnitten (Abb. 01 und 03). Die Erschliessung von drei bis sechs Wohnungen pro Geschoss über ein Treppenhaus und Waschsalons auf dem Dach sollen die Kommunikation innerhalb der Häuser fördern. Zusätzlich zu den privaten Wohnräumen sind einige Extras vorgesehen: Das Siegerprojekt bündelt die gemeinschaftlichen Einrichtungen der BEP in einem zentralen Pavillon. Hier sind ein Gemeinschaftsraum für die Bewohner, Gästewohnungen, zumietbare Zimmer und eine Clusterwohnung untergeracht.
Ebenfalls überzeugt die Interpretation der Loftwohnungen von Nest als Maisonettes, die eine angemessene Antwort auf die geschlossene Sockelzone der gegenüberliegenden Bebauung darstellen. Der Baubeginn ist für 2015 geplant, sodass die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in der zweiten Jahreshälfte 2016 einziehen können.