Passarelle Torfeld Süd in Aarau
Selektives Verfahren
44 Industriestrasse, 5000 Aarau
Publikationsdatum
02.03.2016
Auftraggeber
HRS Real Estate AG, Frauenfeld
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Urs Burkard (Architekt, Baden),
- Roland Bärtschi (Bauingenieur, Baden),
- Viktor Wirth (Bauingenieur, St. Gallen),
- Jakob Riediker (Bauingenieur, SBB Infrastruktur),
Sachrichter
- Omid Arami (Omid Arami, HRS Real Estate),
- Felix Fuchs (Stadtbaumeister, Aarau),
Wettbewerbsresultat
Für das Stadion Torfeld Süd in Aarau muss eine Fussgängerbrücke über die Gleise geführt werden. Zugleich dient sie als Langsamverkehrsverbindung zwischen den beiden Quartieren Torfeld Nord und Süd über die 120 m breite Gleisanlage. Nur an zwei Stellen, ausserhalb des Gleisfelds, sind zwei Brückenpfeiler möglich, sodass die Spannweite 65 m beträgt. Die Brücke muss über einem der meistbefahrenen Bahnabschnitte der Schweiz gebaut werden, sodass nur in den Wochenendnächten gebaut werden kann. In einer Präqualifikation wurden für diese Aufgabe fünf Teams zum Studienauftrag mit Zwischenbesprechung gemäss SIA-Ordnung 143 ausgewählt.
Siegerprojekt «Malaparte»
Eine zurückhaltend und transparent gestaltete Fachwerkbrücke überlässt die städtebauliche Dominanz dem Stadion und den weiteren künftigen Hochbauten im Quartier. Das Fachwerk und die schlanken V-förmigen Stützen bilden zusammen mit den an den Brückenenden liegenden Treppen eine filigrane Grossform. Ein Knick in der Brückenunterseite markiert die Feldmitte und ermöglicht eine gute Längsentwässerung. An den Trägern sind Metallgewebe mit unterschiedlichen Maschenweiten auf die gesamte Traghöhe montiert. Die Beleuchtung ist in die Obergurte integriert.
Die gesamte Brücke ist als Dreifeldträger mit gleichbleibender Breite (4.55 m) und oben offenem Querschnitt konstruiert. Die Stäbe des Hauptträgers bestehen aus offenen Walzprofilen, die an schmutz- bzw. wassergefährdeten Stellen geschlossen werden. Die V-Stützen im Gleisbereich haben Sollbruchstellen an den Stützenköpfen, und eine davon darf beim Anprall eines Zugs ausfallen. Der Vorschlag erfüllt alle Anforderungen bezüglich Funktionstüchtigkeit und Dauerhaftigkeit problemlos. Der zu erwartende Unterhalt bewegt sich im üblichen Rahmen, allerdings führen die offenen Profile zu leicht höherem Reinigungsaufwand. In Bezug auf die Erstellungskosten ist das Projekt das kostengünstigste im Wettbewerb – nicht zuletzt durch den Verzicht auf massive Stützen.
Die Jury lobt zudem das Montagekonzept, das im Wettbewerbsvergleich die geringsten Montagerisiken beinhaltet: Zur Montage werden die angelieferten Brückenteile auf der Nordseite zu einem 65 m langen Element zusammenmontiert, anschliessend mit zwei Kränen beidseits der Gleise eingehoben und auf die definitiven Stützen abgestellt. Über dem Gleisbereich sind keine Schweissarbeiten notwendig.
Alexander Felix Architekt