Neugestaltung Dorfplatz Glis
Selektives Verfahren
2 Oberdorfgasse, 3902 Glis
Publikationsdatum
28.11.2012
Auftraggeber
Stadtgemeinde Brig-Glis
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Roland Imhof (Stadtarchitekt, Vorsitz),
- Björn Wyss (Stadtingenieur),
- Anton Ruppen (Architekt, Adjunkt der kantonalen Dienststelle für Hochbau),
- Daniel Moeri (Landschaftsarchitekt BSLA),
- Michael Beyeler (Dipl. Bauingenieur HTL, Verkehrsingenieur SVI),
Sachrichter
- Viola Amherd (Stadtpräsidentin),
- Derk Ottenkamp (Bauingenieur, Vertreter Kantonsstrasse),
- Klaus Troger (Architekt, Vertreter Denkmalpflege),
Wettbewerbsresultat
Der Dorfplatz des Briger Gemeindeteils Glis bietet heute wenig Aufenthaltsmöglichkeiten: Er wird von der Kantonsstrasse durchschnitten und dient als Autoparkplatz, die Bedürfnisse der Fussgänger kommen zu kurz. Dabei sind die Fassaden der Altstadtbauten auf der einen und die der imposanten Wallfahrtskirche auf der anderen Längsseite eine reizvolle Kulisse für das öffentliche Leben des Stadtteils von Brig-Glis.
Um dem Platz die im Lauf der Zeit abhanden gekommenen Qualitäten wieder zurückzugeben, schrieb die Stadtgemeinde einen zweistufigen Projektwettbewerb aus. Für die Teilnahme konnten sich fünf interdisziplinäre Teams qualifizieren, die sich aus Landschaftsarchitekten, Architekten und Verkehrsplanern zusammensetzten. Ihre Vorschläge lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Begriffen die einen die lang gezogene Platzfläche als einen durchgehenden Raum und hoben demzufolge die Charakteristik des Ortsteils als ehemaliges Strassendorf hervor, wollten ihn die anderen als Platz fassen, der sich als Zäsur in den Verlauf der Kantonsstrasse schiebt.
Zur Weiterbearbeitung empfahl die Jury mit dem Projekt «Brig Glisse» (Abb. 01, 02) einen Entwurf, der der letzteren Haltung Rechnung trägt und differenziert auf die Umgebung des Platzes eingeht. Das Team um Hüsler & Associes aus Lausanne schlägt eine Abfolge kleiner Platzeinheiten vor, deren Grösse und Ausrichtung auf die angrenzenden Bauten Bezug nehmen. Intarsienartig schieben sich drei Natursteinplätze in den umgebenden Asphaltbelag. Unterschiedliche Baumarten prägen die Freiflächen: Solitärbäume markieren ihre Gesamtausdehnung, mehrstämmige Kleinbäume wachsen hingegen in lockerer Anordnung aus den Natursteinflächen. Entlang der Kirchenfassade schlagen die Projektverfasser einen ebenfalls mit Naturstein belegten Streifen vor. Leicht erhöht vermittelt er zwischen der höher liegenden Kirche und dem Dorfplatz, mit dem er über drei durchgehende Stufen verbunden ist. Die lang gestreckten Bänder bieten sich als Sitzgelegenheit an und verbessern die Nutzbarkeit des Platzes als Aufenthaltsort. Der Verkehr hat sich der fussgängerfreundlichen Gestaltung künftig unterzuordnen: Der Dorfplatz soll zur Begegnungszone und der Durchgangsverkehr umgeleitet werden.
Der im Finalrundgang ausgeschiedene Beitrag «Mandelblüte» (Abb. 03, 04) des Teams um bbz Landschaftsarchitekten aus Bern steht für die zweite Grundauffassung: Die Projektverfasser schlagen einen lang gestreckten Platz vor, der an der einen Längsseite an die Kantonsstrasse stösst. Obwohl die Jury die Klarheit und Stringenz des Vorschlags lobt, vermochte er sie nicht vollständig zu überzeugen. Seine urbane Ausstrahlung widerspricht der dörflichen Situation, die es in Glis zu bewahren gilt.