Neubau Zentrales Verwaltungsgebäude Sechtbach, Bülach
Selektives Verfahren
Allmendstrasse, 8180 Bülach
Publikationsdatum
22.02.2017
Auftraggeber
Stadt Bülach
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Jörg Ammann, Schader Hegnauer Ammann Architekten AG, Zürich,
- Erika Fries, huggenbergerfries Architekten AG, Zürich,
- Cornelia Mattiello-Schwaller, Phalt Architekten AG, Zürich,
- Pascal Müller, Müller Sigrist Architekten AG, Zürich,
- Beat Nipkow, Landschaftsarchitekt, Mitglied Kommission für Stadtgestaltung, Bülach,
Sachrichter
- René Anthon, Mitglied Fachkommission I, Bülach,
- Mark Eberly, Stadtpräsident, Bülach (Vorsitz),
- Jörg Inhelder, Mitglied Rechnungsprüfungskommission, Bülach,
- Hanspeter Lienhart, Stadtrat, Bülach,
- Rudolf Menzi, Stadtrat, Bülach,
Wettbewerbsresultat
Absicht
Die Verwaltung der Stadt ist heute auf zahlreiche Standorte verteilt. Der Zugang für die Bevölkerung ist daher erschwert und der Koordinationsaufwand innerhalb der Verwaltung ist hoch. Seit den 1990er-Jahren ist die Zentralisierung der Verwaltung an einem Standort immer wieder ein politisches Thema. Die zentrale Stadtverwaltung soll eine Anlaufstelle für die Bevölkerung schaffen und die verwaltungsinternen Abläufe optimieren.
Zuschlag
Das Angebot von BE Zürich | Implenia wurde dem Stadtrat einstimmig zur Realisierung empfohlen. Für die beiden weiteren Angebote wurde auf eine Rangierung verzichtet.
Hinweise für die Weiterbearbeitung
Der Auftritt und die Erkennbarkeit als öffentliches Verwaltungsgebäude sind an der Allmendstrasse auf Strassenniveau zu verbessern. Die Einwohnerinnen und Einwohner, die sich aus dem Zentrum auf das Gebäude zubewegen, sollen besser zum Eingang gelenkt werden.
Die ständigen Arbeitsplätze des Stadtbüros befinden sich direkt beim Schalter. Von einer räumlichen Trennung der beiden Funktionen (Kundenbetreuung und Arbeitsplatz) ist abzusehen. Die hinter der Schalterreihe angeordneten Arbeitsplatzflächen sind betrieblich nicht notwendig und weisen Potenzial für eine andere Nutzung auf.
Es ist zu prüfen, wie die Privatsphäre in den Büros und im Diskretionsschalter, die am Platz direkt neben dem Haupteingang angeordnet sind, mit architektonischen oder organisatorischen Mitteln gewährleistet werden kann.
Die Form und die Setzung Setzung des Brunnens sind als «Kunst am Bau-Projekt» zu präzisieren.
Drei Projekte der 2. Stufe
BE Zürich | Implenia (Empfehlung zur Realisierung)
BE Zürich AG, Zürich | Implenia Schweiz AG, Dietlikon | PGMM Schweiz AG, Winterthur | Urech Bärtschi Maurer AG, Zürich | PBP AG Engineering, Zürich | Mäder Bauphysik, Winterthur
Städtebau
In der zweiten Stufe wurde die städtebauliche Setzung mit einem einfach gehaltenen Baukörper, der direkt an der Allmendstrasse steht und sich in die Abfolge der bestehenden öffentlichen Bauten einreiht, bestätigt.
Das Gebäudevolumen wurde in der Überarbeitung geringfügig modifziert. Die wesentlichen Qualitäten konnten erhalten werden. Ein neu etwas höherer Dachrand umfasst die Photovoltaikelemente auf dem Dach. Die verkürzte Längsfassade sorgt für eine leichte Entspannung im Freiraum zum Sechtbach hin.
Durch das Zurücksetzen der multifunktional überdachten Tiefgarageneinfahrt wurde die Zugangssituation des Personaleingangs und die Anlieferung geklärt. Der Zugang für die Bevölkerung erfolgt über die seitlich angeordnete Eingangsarkade. Der Eingang ordnet sich der Gliederung der Fassade zu stark unter. Eine Akzentierung würde der Adressbildung des Verwaltungsgebäudes dienen.
Architektur
Gegenüber der ersten Stufe wurde das enge und etwas starre Fassadenraster verbreitert und konsequent mit einem subsidiären Verglasungsraster erweitert. Dieser ermöglicht aufgrund der unterschiedlichen Tiefenwirkung eine Hierarchisierung der Fassadenelemente. Anstelle der in der ersten Stufe vorgeschlagenen Betonelementen werden Stirnverblendungen aus Metall verwendet, was die Fassade zusätzlich aufockert.
Die dreigeschossige, zentrale Halle wird über einen Windfang erreicht. Durch ihre Abmessungen und die klare Organisation wirkt sie offen und einladend. Mit der stimmigen Farbgebung und der Materialwahl erreicht sie eine freundliche Atmosphäre mit repräsentativem Charakter. Die Orientierung und der Bewegungsablauf in der Halle ist einfach und übersichtlich. Einzig der nachträglich eingefügte Empfang an der rückwärtigen Stirnseite der Halle stört. Es wäre zu überprüfen, ob der Empfang direkt neben den Schaltern des Stadtbüros platziert werden könnte.
Mit einem öffentlichen und einem verwaltungsinternen Treppenhaus werden die einzelnen Abteilungen auf einfache Art und Weise erschlossen und den Sicherheitsaspekten Rechnung getragen. Durch die Vergrösserung der Halle ist es gelungen, die Flure zu verkürzen und deren Bezug zur Halle zu verbessern...
Gesamtwürdigung
Mit wenigen, aber präzisen Massnahmen wurde das Projekt sorgfältig überarbeitet. Das einfache Volumen mit seiner Adressierung an der Allmendstrasse ist passgenau in den Zwischenraum von Stadthalle und Feuerwehrgebäude gesetzt und ermöglicht einen gut dimensionierten Aussenraum der sowohl für die Stadthalle als auch für das Verwaltungsgebäude eine Bereicherung darstellt. Die Aussenraumgestaltung überzeugt im Zusammenspiel mit der ruhigen und präsenten Volumetrie des Verwaltungsgebäudes.
Die stringente Organisation und die strukturelle Klarheit im Innern des Gebäudes überzeugen ebenfalls. Den Verfassenden ist es gelungen, in der Überarbeitung viele Vorgaben zu erfüllen und auch den wirtschaftlichen Aspekten gebührend Rechnung zu tragen. Es handelt sich um ein unprätentiöses Stadthaus mit einer räumlich überzeugenden Schalterhalle. Diese kann einen wertvollen Beitrag für eine gute Beziehung zwischen Verwaltung und Bevölkerung leisten.
Baumann Roserens | schaerholzbau
Baumann Roserens Architekten AG, Zürich | Schaerholzbau AG, Altbüron | Ganz Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich | Neukom Engineering AG, Adliswil | dsp Ingenieure & Planer AG, Greifensee | Phase Grün Elektroplanung GmbH, Weisslingen | durable Planung und Beratung GmbH, Zürich | Zuend Images, Zürich
Durch das von der Allmendstrasse zurückgerückte Volumen entsteht auf selbstverständliche Weise ein öffentlicher Platz, der sich räumlich und gestalterisch mit dem Eingangsbereich der Stadthalle verbindet. Das Verwaltungsgebäude befndet sich an seiner prominenten Längsseite. Es wird ein Ort geschaffen. Mit einer minimalen Verkürzung des Gebäudevolumens konnte der rückwärtige Freiraum zum Bach in der zweiten Stufe etwas vergrössert werden. Ansonsten wurden an dem markanten vorne siebengeschossigen und im rückwärtigen Bereich fünfgeschossigen Volumen nur geringfügige Veränderungen vorgenommen...
Den Verfassenden ist es gelungen, ein zeichenhaftes Gebäude im Stadtraum vorzuschlagen. Die Position und Volumetrie des Verwaltungsgebäudes und die öffentliche Adressierung über eine Platzfgur, die sich mit der Stadthalle verbindet, überzeugt. Die Grünraumstrategie unterstützt die Ausrichtung des Bauvolumens und stellt die Funktion der öffentlichen Gebäude geschickt in den Vordergrund.
Im Innern ist das Potenzial einer repräsentativen Raumgestaltung im öffentlichen Bereich und einer klaren, effzienten Raumgestaltung im Personalbereich nicht konsequent umgesetzt worden. Der innovative Vorschlag des reinen Holzbaus wird gewürdigt. Hinsichtlich Wirtschaftlichkeit wurde das vorgeschlagene Gesamtkonzept in der zweiten Stufe nicht ausreichend optimiert.
Darlington Meier | ERNE
Darlington Meier Architekten AG, Zürich | ERNE AG Holzbau, Laufenburg | Müller Illien Landschaftsarchitekten, Zürich | BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich | MWV Bauingenieure AG, Baden | IGB Engineering AG, Winterthur
In der Überarbeitung wurde die Volumetrie zusammen mit der Einpassung in die städtebauliche Situation präzisiert. Das Gebäude weist mit seiner klaren Ausrichtung zur Allmendstrasse eine angemessene Präsenz zum öffentlichen Raum auf und formt zusammen mit den Nachbarsbauten einen gut gegliederten Vorbereich. Der eingezogene Haupteingang befndet sich, selbstverständlich angeordnet, an der südwestlichen Ecke. Er mündet in die attraktive Erschliessungshalle.
Die lange Erschliessungshalle bietet in allen Geschossen eine übersichtliche Disposition für die Schalter. Die notwendigen Raumzusammenhänge sind kohärent zur Aufgabenstellung in die Grundrissstruktur eingearbeitet. Insgesamt wird eine hohe Arbeitsplatzqualität geschaffen...
Den Verfassenden gelingt es, mit dem Verwaltungsgebäude und dem Freiraum eine gute ortsbauliche Qualität zu erzeugen, die hinsichtlich Proportion, Gestaltungsausdruck und Nutzungsverteilung den Ort öffentlich erkennbar macht.
Die Gestaltung eines attraktiven Verwaltungsgebäudes ist in der kontextuellen Einbindung und im Gebäudeausdruck gelungen. Im Innern wurde das Gleichgewicht der Raumzuordnung nicht erreicht. Die hohen wirtschaftlichen Anforderungen wurden in der Überarbeitung des sehr guten Lösungsvorschlags nicht ausreichend berücksichtigt.
Weitere Teilnehmer
BGS | Priora
BGS & Partner Architekten AG, Rapperswil
Priora AG Generalunternehmung, Kloten
atelier tp, tijssen preller landschaftsarchitekten, Rapperswil
3-Plan Haustechnik AG, Winterthur
Aschwanden & Partner Ingenieure + Planer ETH/SIA AG, Rüti
Thomas Lüem Partner AG, Dietikon
ProteQ GmbH, Schaffhausen
Caruso St John | HRS
Caruso St John Architects AG, Zürich
HRS Real Estate AG, Frauenfeld
Anton & Ghiggi Landschaft Architektur, Zürich
Kalt+Halbeisen AG, Zürich
Ferrari Gartmann AG, Chur
enerpeak ag, Dübendorf
BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich (Michael Hermann)
Gruner AG, Basel
Fischer | Gross
Fischer Architekten AG, Zürich
Gross Generalunternehmung AG, Wallisellen
Andreas Geser Landschaftsarchitektur, Zürich
Gruenberg + Partner AG, Zürich
K2S Bauingenieure AG, Wallisellen
Hefti. Hess. Martignoni. Zürich AG, Zürich
braune roth ag, Binz
BDS Security Design, Bern
CSD Ingenieure AG, Zürich
Halter Casagrande | Anliker
Halter Casagrande Partner AG, Luzern
Anliker AG Generalunternehmung, Emmenbrücke
freiraumarchitektur gmbh, Luzern
Wirthensohn AG, Luzern
Basler & Hofmann Innerschweiz AG, Luzern
Scherler AG, Luzern
Peter Sanitär Planung, Luzern
Martinelli + Menti AG, Luzern
tib – Technik im Bau AG, Luzern
Textquelle: Auszug aus dem Jurybericht