Neubau Tramdepot und Wohnsiedlung Depot Hard, Zürich
Selektives Verfahren
20 Hardturmstrasse, 8005 Zürich
Publikationsdatum
21.10.2015
Auftraggeber
Amt für Hochbauten der Stadt Zürich
SIA 142
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Jeremy Hoskyn, Amt für Hochbauten (Vorsitz)
- Patrick Gmür (Amt für Städtebau),
- Piet Eckert (e2a-Architekten, Zürich),
- Pascale Guignard (Guignard & Saner Architekten),
- dominique salathe (sabarchitekten, Basel),
- Regula Harder (harder spreyermann architekten, Zürich),
- Lukas Schweingruber (Studio Vulkan, Zürich),
Sachrichter
- André Odermatt (Vorsteher Hochbaudepartement),
- Helmuth Werner (Quartiervereinspräsident Zürich 5),
- Arno Roggo (Direktor Liegenschaftenverwaltung),
- Markus Feer (Bereichsleiter Wohnen, Liegenschaftenverwaltung ),
- Beat Wildhaber (Leiter Immobilienmanagement, Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) ),
- Fredy Vogler (Leiter Technik, Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ)),
Wettbewerbsresultat
Wohnen auf dem Tramdepot: Seit der Überbauung Kalkbreite ist dies in Zürich keine exotische Vorstellung mehr. Nach dem genossenschaftlichen Vorzeigeprojekt über der gleichnamigen Abstellhalle (vgl. TEC21 26–27/2014) soll nun auch über dem Depot Hard im lebhaften Zürich-West eine Wohnsiedlung entstehen – ebenfalls auf dem Dach der Halle.
Bereits seit über 25 Jahren versucht die Stadt Zürich das Depot mit einer Nutzung zu ergänzen. Den letzten Anlauf bildete das vieldiskutierte kleeblattförmige Hochhaus von Theo Hotz. 2009 verschwand das Projekt aufgrund der Kosten jedoch wieder in der Schublade. Die bestehende Halle verfiel derweil langsam, denn in Erwartung eines Projekts wurde der Unterhalt auf das Nötigste beschränkt.
Nun verleiht eine städtische Wohnsiedlung dem Projekt neues Momentum. Ab 2020 soll die Siedlung erschwingliche Wohnungen in Zürich-West anbieten: Mangelware im Ausgehquartier von Zürich, wo, wenn überhaupt, gehoben gewohnt wird. In einem selektiven Verfahren wurden 12 interdisziplinäre Teams ausgewählt. Neben der zu ersetzenden Halle steht am Standort Hard eine historische Anlage von Stadtbaumeister Friedrich Willhelm Fissler aus dem Jahre 1911. Die Anlage im Heimatstil verband ein Tramdepot mit 30 Wohnungen für die Angestellten.
Knapp 100 Jahre später war nun wieder ein Hybrid aus Infrastrukturbau und Wohngebäude gesucht. Allerdings in einem anderen Verhältnis: Mindestens 185 Wohnungen sind unterzubringen, neben Tramdepot und Nebennutzungen für das Erdgeschoss.
Das Depot mit rund 6500 m2 Fläche war weitgehend vorgegeben, die Anordnung der Wohngebäude liess hingegen viele Möglichkeiten zu.
Das Siegerprojekt setzt auf zwei Türme, die sich über einem viergeschossigen Sockel erheben. Auf dem Dach des Depots vermittelt ein Kranz mit Maisonetten zwischen Tramhalle und Wohnhochhaus. Der schlanke Turm bietet vier Eckwohnungen und eine gegen Süden orientierte Binnenwohnung; der etwas breitere Turm ebenfalls vier zweiseitig orientierte Wohnungen, die zwei einseitig ausgerichtete Wohnungen in ihre Mitte nehmen. Mit den Türmen beziehen sich die Sieger auf die benachbarten Escher-Terrassen von e2a Architekten und den Swisscom-Tower. Der Jurybericht spricht von einer «Clusterbildung».
Die Konkurrenten schlugen grösstenteils flächige Bebauungen über den Depots vor – kammartige Strukturen oder Höfe, die sich über die Halle spannen – oder aber elegant mäandrierende Volumen, die sich teils in die Höhe schwingen.
Marko Sauer Architekt, Korrespondent TEC21