Neubau Schulhaus, Berg
Selektives Verfahren
42 Hauptstrasse, 8572 Berg
Publikationsdatum
16.11.2015
Auftraggeber
Volksschulgemeinde Berg-Birwinken
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Ingrid Burgdorf (dipl. Arch. BSA/SIA ETH),
- Markus Bollhalder (dipl. Arch. ETH/FH/SIA),
- Andreas Imhof (dipl. Arch. FH/SIA),
- Markus Aemisegger (Arch. HF, Frauenfeld),
- Daniel Rietmann (dipl. Raumplaner FH/FSU/SIA),
Sachrichter
- Benno Rast (Schulgemeindepräsident),
- Bruno Sager (Schulbehörde Immobilien),
- Peter Kuhn Rey (Schulleiter Primarschule),
- René Rutz (Schulbehörde Finanzen),
Wettbewerbsresultat
Die Unter- und Mittelstufe von Berg liegt auf einem campusartigen Gelände. Die Klassenzimmer verteilen sich auf drei Häuser aus unterschiedlichen Epochen: Jahrhundertwende trifft auf die 1950er-Jahre und eine Erweiterung aus den 1970ern. All diese Häuser bilden zusammen die Primarschule der kleinen Ortschaft auf dem Thurgauer Seerücken.
Periodisch prüft die Schulgemeinde ihren Raumbedarf und verteilt die Nutzungen auf die einzelnen Häuser – bei der letzten Überprüfung stellte sich heraus, dass für gewisse Nutzungen kein Platz mehr zu finden war. Mit einer Machbarkeitsstudie wurde geprüft, ob die ungenutzte alte Turnhalle zu einem Schulhaus verwandelt werden könnte.
Offenbar war dies mit vernünftigem Aufwand nicht zu machen. Ein Projektwettbewerb mit Präqualifikation sollte nun klären, wie ein Neubau die Halle ersetzen und sich in das Konglomerat einfügen könnte.
Vielfalt vereinen
Das Raumprogramm war so vielfältig wie die Schulen auf dem Gelände. Der Jurybericht erläutert das Vorgehen: «In diesem Gebäude sollen … die Räume untergebracht werden, die nicht in den bestehenden Bauten untergebracht werden können.» So stand eine höchst eigenwillige Mischung auf dem Wunschzettel der Schulgemeinde: ein Singsaal, ein einzelnes Klassenzimmer, drei Räume für textiles Werken und der Kindergarten. Hinzu kamen noch das Personalzimmer für die Lehrerschaft und die Büros der Schulleitung und des Hauswarts.
Die Wettbewerbsteilnehmer mussten also ein Sammelsurium von Nutzungen unter einem Dach vereinen – und das Gebäude zudem ins heterogene Ensemble integrieren. Froelich & Hsu lösen die Aufgabe mit einem sehr effizienten Grundriss. Die kreuzförmig angedachte Erschliessungszone trennt zweiseitig belichtete Räume ab und ist mal Gang, mal Nebenraum, oder sie wird einem Zimmer zugeschlagen.
Als Splitlevel entworfen, schmiegt sich das Haus an die Topografie und bleibt angenehm klein. Mit dem Sichtbackstein nimmt es das vorherrschende Material seiner Nachbarn auf und zitiert zurückhaltend und bescheiden die 1950er-Jahre. E pluribus unum – auf beiden Ebenen ergänzt das Siegerprojekt ganz entspannt die Vielfalt der Primarschule in Berg.
Text: Marko Sauer, Architekt