Neubau Labor und Erweiterung Buchenhof, Aarau
Selektives Verfahren
Buchenhof, 5000 Aarau
Publikationsdatum
20.04.2016
Auftraggeber
Kanton Aargau, DFR, Immobilien Aargau
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Astrid Staufer (dipl. Architektin ETH BSA SIA, Frauenfeld),
- Daniel Niggli (dipl. Architekt ETH BSA SIA, Zürich),
- Felix Fuchs (Alt-Stadtbaumeister, Aarau),
- René Antoniol (dipl. Architekt ETH SIA, Zürich),
- Philipp Kim (Architekt FH SIA, Aarau),
- Kuno Schumacher (dipl. Architekt ETH SIA, Leiter Architektur + Entwicklung, Immobilien Aargau, DFR),
- Reinhard Schenkel (dipl. Architekt ETH SIA, Projektleiter, Immobilien Aargau, DFR),
Sachrichter
- Stephan Campi (Generalsekretär, DGS (Vorsitz)),
- Alda Breitenmoser (Leiterin Amt für Verbraucherschutz, DGS),
- Manfred Rüegger (Stv. Generalsekretär, BVU),
- Philippe Baltzer (Leiter Abteilung für Umwelt, BVU),
- François Chapuis (Leiter Immobilien Aargau, DFR),
- Andrea Voellmin (Staatsarchivarin, BKS),
- Adrian Lüscher (Leiter Chemiesicherheit, DGS),
Wettbewerbsresultat
Resultat
Das Raumprogramm für diesen Wettbewerb wuchs während der Vorbereitungen konstant an. Waren es zunächst lediglich die Labors des Amts für Verbraucherschutz, die in einem Neubau untergebracht werden sollten, führte die Wahl des Standorts zu einem signifikanten Wachstum der Anforderungen. Im Buchenhof befinden sich einige Amtsstellen, die über zu wenig Platz klagen und die den Neubau nutzen möchten, um zentrale Dienste dorthin zu verlagern. Dem neuen Verwaltungsgebäude muss zudem ein Haus weichen, in dem sich der Fahrdienst der Regierung befindet. All diese zusätzlichen und heterogenen Nutzungen kamen zum ursprünglichen Raumprogramm hinzu und sollten Platz finden im neuen Haus.
Neben dem anspruchsvollen und vielfältigen Raumprogramm stellten auch die Geometrie der Parzelle und die heterogene Nachbarschaft zusätzliche Herausforderungen dar, denen sich die Teilnehmenden am Projektwettbewerb für Generalplanerteams mit Präqualifikation stellen mussten.
Riegel oder Vieleck
Die Beiträge lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Während eine Gruppe die Aufgabe mit riegelförmigen Bauten löst, die sich aus verschieden hohen und langen Teilvolumen zusammenstellen, versuchten die anderen Teilnehmenden die polygonale Parzelle mit einem verwinkelten Körper zu füllen. Beide Strategien weisen Vor- und Nachteile auf. Die rechtwinkligen Häuser sind leichter zu organisieren, während die vieleckigen Volumen den Städtebau einfacher meistern.
Auf den ersten drei Rängen sind die besten Varianten dieser beiden Typen versammelt, ergänzt um einen Exoten auf dem 2. Rang, der einen Teil des Programms in ein Nebengebäude verlegt.
Dass sich am Ende der Riegel gegenüber den Polygonen als Siegerprojekt durchsetzen konnte, ist im sorgfältig und aufschlussreich verfassten Jurybericht gut nachzuvollziehen. Die funktionalen Anforderungen sind bei «Kitsune» hervorragend gelöst, wie der Grundriss auf der gegenüberliegenden Seite aufzeigt. Die unterschiedlichen Tiefen des Gebäudes erlauben es, zwischen Haupt- und Nebenräumen elegant zu unterscheiden. Die Staffelung des Volumens überlagert sich äusserst geschickt mit den verschieden breiten Korridoren.
In Kombination mit dem attraktiven und verkehrsfreien Aussenraum – die Rampe zur Tiefgarage befindet sich im Norden des Gebäudes – bietet das Haus eine passgenaue Lösung für die räumlichen Bedürfnisse und für die anspruchsvolle Situation.
Einzige Wermutstropfen sind die ungelöste volumetrische Abtreppung des Gebäudes gegen Westen (siehe Modellbild) und die schematisch gerasterte Glasfassade, die noch sehr unspezifisch ist. In diesen beiden Punkten sieht die Jury denn auch ein Potenzial zur Verbesserung.
Besondere Beachtung unter den polygonalen Lösungen verdient das Projekt von Gigon/Guyer unter dem Namen «Raumgestell» auf dem 5. Rang. Es reagiert nicht nur auf die Geometrie der Parzelle, sondern übernimmt dank seinem grossen Fussabdruck die Höhe des winkelförmigen Geschäftshauses im Norden. Damit zeigt es sich diesem angedeuteten Blockrand zugehörig. Auch wenn die Beziehung zum Buchenhof dadurch weniger ausgeprägt erscheint, ist die städtebauliche Haltung so klar formuliert wie in keinem anderen Projekt. Die ringförmig angeordneten Grundrisse führen diese Entscheidung schlüssig weiter. Allerdings mit der Folge, dass der Vorschlag das grösste Volumen im Verfahren aufweist.
Marko Sauer Architekt, Korrespondent TEC21