Investorenstudienauftrag Areal Hardturm
Selektives Verfahren
321 Hardturmstrasse, 8005 Zürich
Publikationsdatum
24.09.2015
Auftraggeber
Stadt Zürich - Finanzdepartement
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Arno Lederer (Vorsitz, Ing. Architektur, LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei GmbH & Co. KG),
- Patrick Gmür (Dipl. Architekt ETH BSA, Direktor Amt für Städtebau der Stadt Zürich),
- Roger Diener (Dipl. Architekt ETH, Diener & Diener Architekten, Basel),
- Matthias Krebs (Landschaftsarchitekt BSLA, Rotzler Krebs Partner GmbH),
- Lisa Ehrensperger (Dipl. Architektin ETH BSA, Frei & Ehrensperger GmbH),
- Thomas Kuoni (Finanzverwaltung der Stadt Zürich),
- Reinhard Giger (Dipl. Kulturingenieur ETH, VRP BSS&M Real Estate AG),
- Pascal Kesseli (CEO; FC St. Gallen Event AG),
- Silva Ruoss (Dipl. Arch ETH SWB, Guagliardi Ruoss),
Sachrichter
- Daniel Leupi (Stadtrat - Vorsteher Finanzdepartement),
- André Odermatt (Stadtrat - Vorsteher Hochbaudepartement),
- Gerold Lauber (Stadtrat - Vorsteher Schul- und Sportdepartement),
- Daniel Blumer (Kommandant Stadtpolizei),
- Peter Zeugin (Immobilienfachmann Zeugin-Gölker Immobilienstrategien GmbH, Zürich),
- Daniel Meier (Präsident Verein Pro Sport Zürich),
- Monika Spring (Co-Präsidentin IG Hardturmquartier),
- Arno Roggo (Direktor Liegenschaftenverwaltung Stadt Zürich),
Wettbewerbsresultat
Im September 2013 lehnte das Zürcher Stimmvolk den Objektkredit von 216 Millionen Franken für ein städtisch finanziertes Fussballstadion mit einer Mehrheit von 50.8% knapp ab. Somit wurde das aus einem Wettbewerb mit Präqualifikation hervorgegangene Siegerprojekt «Hypodrom» von Burkhard Meyer Architekten aus Baden gestoppt. Gleichzeitig wurde die daneben geplante und ebenfalls aus einem Wettbewerb hervorgegangene kommunale Wohnsiedlung von Gysin+Partner aus Zürich von den Bürgerinnen und Bürgern mit 67.4% gutgeheissen. Da aber der Wohnungsbau an eine Finanzierung des Stadions gekoppelt war, konnte auch dieses Projekt nicht realisiert werden.
Stadtrat ebnet den Weg
Im Folgenden beschäftigte sich der Stadtrat intensiv mit der Zukunft des Areals, um einer Bedingung des Landkaufs nachzukommen: Innerhalb von zehn Jahren muss auf dem Land ein Stadion gebaut werden. Letztendlich entschied der Stadtrat, selber kein neues Fussballstadion mehr zu planen und zu bauen. Er erklärte sich aber bereit, privaten Investoren den Weg für ein solches Projekt zu ebnen.
Die ursprüngliche Idee, den Investorenwettbewerb auf der Grundlage der bestehenden städtischen Projekte für das Stadion und die Wohnsiedlung durchzuführen, wurde nach intensiven Gesprächen und einem Postulat aus dem Gemeinderat gelockert. Die flexibleren Rahmenbedingungen im neuen Wettbewerb schaffen grössere Flexibilität für die Investoren hinsichtlich ihrer Projekte. Gleichzeitig wurde aber festgehalten, dass die von den Stimmberechtigten angenommene kommunale Wohnsiedlung – oder ein adäquater Ersatz – Teil des Projekts bleiben muss.
Die Stadt Zürich stellt nun das gesamte Areal auf dem Hardturm mit einer Fläche von fast 55000 m² zur Disposition. Von den Investoren wird erwartet, dass sie neben einem Businessplan (inkl. des zu bezahlenden Baurechtszinses) zusammen mit ihrem Planungsteam Projektideen für drei Teilprojekte vorschlagen und realisieren: ein Fussballstadion für 18000 Zuschauerinnen und Zuschauer, als neue Heimspielstätte der beiden Zürcher Stadtklubs FCZ und GCZ, sowie die vom Stimmvolk bewilligte Wohnsiedlung mit ungefähr 175 Wohnungen, die später an einen «anerkannten gemeinnützigen Wohnbauträger» übergeben werden. Und ein Investorenprojekt, mit dem der Bieter die Möglichkeit hat, die notwendige Rendite für das gesamte Areal zu erwirtschaften.
Die Ziele der Stadt
Nach den Vorstellungen der Stadt soll mit dem Investorenwettbewerb auf dem Hardturm-Areal ein Stadion entstehen, das den beiden Fussballklubs geeignete Rahmenbedingungen bietet. Gesucht wird ein Projekt, das in allen Belangen zukunftsweisend ist, vom Städtebau über die Architektur, die Quartierverträglichkeit und den Aussenraum bis hin zur Bautechnik. Die Behörden stellen klar, dass sie sich weder an den Investitionen noch am Betrieb beteiligen werden. Sie kommen jedoch für die aufgelaufenen Planungskosten von 6.5 Millionen Franken und 1 Million Franken für den Investorenwettbewerb auf. Und last, but not least wird ein ökologisch nachhaltiges Projekt in den Bereichen Betrieb und Unterhalt gefordert.
Die allgemeinen Anforderungen für den Investorenstudienauftrag sind bereits hoch gesteckt, und dazu kommen noch zusätzliche Forderungen der beiden Fussballklubs: FCZ und GCZ verlangen vom privaten Investor unter anderem jährlich einen Betrag von 1.5 Millionen Franken, bis das Stadion fertig erstellt ist. In der Branche wurde seit Beginn der Ausschreibung verschiedentlich gemunkelt, dass die gesamten Anforderungen einfach zu hoch seien und das Fuder überladen sei. Bereits vor Abgabe der Bewerbungsdossiers liessen renommierte Investoren verlauten, dass sie am Studienauftrag nicht mitmachen werden. Das Resultat der hohen Hürden ist, dass sich lediglich fünf Teams angemeldet haben.
Komplexe Fragestellungen
In der Zwischenzeit ist die Präqualifikation abgeschlossen, und im Sinn der Projektvielfalt wurden alle fünf Teams zum Investorenwettbewerb eingeladen. Die selektionierten Bieter- und Planungsteams werden sich in den kommenden Monaten intensiv mit den komplexen Fragestellungen auseinandersetzen und ihre Projektvorschläge ausarbeiten, die dann im Juni 2016 juriert werden. Die Lösungsansätze und Entwürfe werden von verschiedenen Seiten mit grosser Spannung erwartet. Längerfristig wird sich weisen, ob und wie sich ein Projektvorhaben dieser Grösse unter den Gepflogenheiten und Hürden der direkten Demokratie realisieren lässt.
Andreas Kohne dipl. Architekt ETH SIA
Team 1
Investor: PSP Swiss Property mit Hardturm AG
Architekten: Burkhard Meyer Architekten, Baden | Adrian Streich Architekten, Zürich | Bob Gysin+Partner, Zürich
Bauingenieure: MWV Bauingenieure, Baden | Synaxis, Zürich
Landschaftsarchitekt: Haag Landschaftsarchitektur, Zürich
Gemeinnütziger Wohnbauträger: Kraftwerk 1 Zürich
Team 2
Investor: Swisscanto Anlagestiftung vertreten durch Zürcher Kantonalbank mit HRS Investment und Allgemeine Baugenossenschaft (ABZ)
Architekten: Pool Architekten, Zürich | Caruso St John Architects, Zürich | Boltshauser Architekten, Zürich
Bauingenieure: Ribi+Blum, Romanshorn | F. Preisig, Zürich
Landschaftsarchitekt: Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich
Gemeinnütziger Wohnbauträger: Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ)
Team 3
Investor: Anlagestiftung Turidomus, Anlagestiftung Adimora vertreten durch Pensimo Management mit Basler Versicherung und Balser Leben
Architekten: Baumschlager Eberle, Zürich | Chabanne+Partenaires Architecte, Lyon | BIG – Bjarke Ingels Group Architecte, Valby (DK)
Bauingenieure: WaltGalmarini, Zürich | F. Preisig, Zürich
Landschaftsarchitekt: Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich
Gemeinnütziger Wohnbauträger: Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich (GBMZ)
Team 4
Investor: Schweizerische Lebensversicherungsgesellschaft c/o Helvetia Versicherungen
Architekten: Theo Hotz Partner Architekten, Zürich | Burkhalter Sumi Architekten, Zürich | Philippe Cabane Stadtentwicklung, Basel
Bauingenieure: Schlaich Bergermann Partner, Stuttgart | wlw Bauingenieure, Zürich
Landschaftsarchitekt: Raderschallpartner, Meilen
Gemeinnütziger Wohnbauträger: Baugenossenschaft Freiblick Zürich
Team 5
Investor: Konsortium Immo Helvetic/Berninvest mit Immo Invest Partner
Architekten: Huggenbergerfries Architekten, Zürich
Architekten: Schwaar&Partner, Bern | Maier Hess Architekten, Zürich
Bauingenieure: BG Ingenieure und Berater, Zürich, Henauer Gugler, Zürich
Landschaftsarchitekt: Hager Partner, Zürich
Gemeinnütziger Wohnbauträger: Baugenossenschaft Zurlinden, Zürich