Gesamtsanierung Eissportzentrum Grabengut, Thun
Selektives Verfahren
8C Kyburgstrasse, 3600 Thun
Publikationsdatum
26.03.2018
Auftraggeber
Einwohnergemeinde Thun, Amt für Stadtliegenschaften
SIA 142
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Lisa Ehrensperger (Architektin, Zürich),
- Rolf Mühlethaler (Architekt, Bern),
- Silvio Ragaz (Architekt, Bern),
- Tivadar Puskas (Bauingenieur, Basel),
- Gabriel Borter (Architekt, Bern),
Sachrichter
- Konrad Hädener (Vorsteher Bau + Liegenschaften),
- Thomas Zumthurm (Leiter Amt für Stadtliegenschaften),
- Frank Heinzmann (Chef Amt für Bildung und Sport),
- Martin Zobrist (Leiter Baumanagement Amt für Stadtliegenschaften),
Wettbewerbsresultat
Ausgangslage
Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts trug der FC Thun seine Heimspiele auf dem Areal des Grabengutes in Thun aus. 1954 konnten die Fussballer das neue Stadion Lachen beziehen und machten Platz für den Bau der Kunsteisbahn. Die ehemalige Holztribüne des Fussballstadions blieb bestehen und beinhaltet noch heute die Garderoben der Eishockeyvereine. 1973 wurde die Anlage im Zuge der Errichtung des Parkhauses mit einer Curlinghalle ergänzt. Die Überdachung des Hauptfeldes mit der markanten Holzkonstruktion stellte Mitte der Neunzigerjahre die letzte grössere bauliche Intervention dar.
Die Curlinghalle sowie die Kunsteisbahn an der Grabenstrasse 6 und 8 in Thun wurden bis Ende 2014 durch verschiedene nicht städtische Organisationen mit grossem Engagement einzelner Sportbegeisterter betrieben. Die Einwohnergemeinde Thun, bis anhin Baurechtgeberin des gesamten Areals Grabengut, hat die sanierungsbedürftigen Anlagen per 1. Januar 2015 erworben (Heimfall).
Nach der Prüfung möglicher neuer Standorte für ein Eissportzentrum sowie Abklärungen zu verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten des Areals mit sportfremden Nutzungen, hat sich der Thuner Gemeinderat 2012 für die Variante einer Gesamtsanierung am bestehenden Standort (unter Beibehaltung der bestehenden baulichen Qualitäten, wie beispielsweise die Dachkonstruktion) entschieden. Für die Bevölkerung von Thun bietet die zentrumsnahe Lage des öffentlichen Eislaufs eine besondere Qualität.
Weiterbearbeitung
Im Rahmen der Präqualifikation haben sich zwanzig Planerteams zur Teilnahme am Wettbewerb beworben. Aus diesen Bewerbungen bestimmte das Preisgericht entsprechend den formulierten Bewertungskriterien sechs Planerteams zur Teilnahme am Wettbwerb.
Das Preisgericht empfiehlt, die Verfasser des erstrangierten Projektes «Polo» mit der weiteren Bearbeitung der Aufgabe zu beauftragen.
1. Rang «Polo»
(ARGE Marques Architekten AG / b+p baurealisation ag, Zürich)
Als Resultat der Bestandsanalyse wird die Entschlackung und Klärung der städtebaulichen Situation und damit einhergehend die Vision für einen angemesseneren Auftritt des Eissportzentrums zur entwurfsprägenden Maxime erhoben. Im Wesentlichen spielen zwei Elemente eine tragende Rolle: das bestehende Hauptdach, das mit seiner markanten Dachkonstruktion zum Schwerpunkt der neuen Anlage wird, und die Schaffung eines grosszügigen Aussenraums zum Aareufer hin.
Dieser Platz wird mit dem hier positionierten Haupteingang zur klaren, identitätsbildenden Adresse der Anlage und schafft ein schönes Angebot für die öffentliche Nutzung. Konflikte mit der vertraglich gesicherten Anlieferung des direkt benachbarten Grossverteilers müssten im öffentlichen Interesse über eine zeitliche Nutzungsregelung vermieden werden, eine Regelung, die im städtischen Umfeld durchaus üblich ist.
Zum Freiraumkonzept gehört ein kleinerer, aber angemessen proportionierter Aussenraum entlang der Kyburgstrasse, der geschickt genutzt wird für den Sportlerzugang, Stellplätze für Mannschaftsbusse etc. sowie die Anlieferung des Eissportzentrums. Aus städtebaulicher Sicht attraktiv ist auch die Treppe, die den Platz mit dem oberen Parkdeck und den Eingängen zu Kita und Curlinghalle verbindet und mit der neuen Durchlässigkeit das übergeordnete Wegenetz nicht zuletzt zur Altstadt stärkt. Die vergleichsweise gute Einbindung des Projekts Polo liegt denn auch zu einem grossen Teil im geschickten Freiraumkonzept begründet. Aus städtebaulicher Sicht überzeugt dagegen die im dritten Modul erstellte Halle 2 nicht, sie wirkt additiv, zu hoch und kann gegenüber der kleinmassstäblichen Nachbarschaft im Norden nicht vermitteln.
(Auszug aus dem Jurybericht)