Der Campingplatz der Gemeinde Trun liegt nahe am Ursprung des Rheins im Auenwald «Ogna da Trun» und ist besonders bei Kajakfahrern beliebt. Die Anlage mit einer Grösse von 3.5 ha nutzt vom Wald umschlossene Lichtungen nördlich des Vorderrheins. Um die Attraktivität weiter zu steigern, wollen Trun Turissem und die Gemeinde Trun den Platz vergrössern und zugleich die Einrichtungen funktional, baulich und gestalterisch modernisieren. Hierzu haben sie einen Projektwettbewerb mit Präqualifikation für Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten veranstaltet. Aus den Bewerbungen präqualifizierte die Jury sieben Planerteams zur Bearbeitung.
Am überzeugendsten löste das Projekt «Tuturna» des Churer Architekten Iso Huonder zusammen mit Landschaftsarchitekt Lorenz Eugster und Holzbauingenieur Walter Bieler die Aufgabe. Sie schlagen zwei getrennte Baukörper vor. Das Haupthaus mit seinem grossen kupfergedeckten Dach bildet das neue Zentrum der Anlage. Es beherbergt den Empfang, ein räumlich eindrucksvolles Restaurant und – nicht in der Ausschreibung geforderte – Schlafmöglichkeiten. So soll hier ein Winterbetrieb möglich werden. Das Badehaus auf der zweiten Lichtung, ein zurückhaltender Flachdachpavillon, ersetzt das bestehende Betriebsgebäude. Weiter Richtung Fluss sollen künftig zwei Lichtungen als Zeltwiesen dienen. Holzstege verbinden alle Lichtungen untereinander. Der bestehende Parkplatz soll künftig Teil des Auenwalds werden.
Im Vordergrund des Entwurfs steht ein starkes Naturerlebnis. Darüber hinaus skizzieren die Verfasser ein Konzept, das über die reine Campingnutzung hinausgeht und Angebote für die Gemeinde beinhaltet.
Text: Alexander Felix, Architekt