Ersatzneubau Schulhaus Zentrum, Diessenhofen
Offenes Verfahren
5 Schulstrasse, 8253 Diessenhofen
Publikationsdatum
06.03.2018
Auftraggeber
Volksschulgemeinde Region Diessenhofen
SIA 142
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Urs Maurer-Dietrich (Dipl. Arch. ETH, ArchiLecture & LearnScaping),
- Anne Kaestle (Dipl. Arch. SIA BDA, Duplex Architekten),
- Mario Soppelsa (Dipl. Arch. ETH SIA, Soppelsa Architekten, Zürich),
- Charlotte Rey (Dipl. Arch. ETH SIA, Steinmann & Rey Architekten),
Sachrichter
- Urs Steinacher (Schulleiter Zentrum),
- Hansruedi Stör (Schulbehörde, Ressort Finanzen und Liegenschaften),
- Jörg Sorg (Schulbehörde, Präsident),
Wettbewerbsresultat
Zurzeit sind in der Volksschulgemeinde Diessenhofen zwei Schulbauprojekte in Planung: ein Ergänzungsneubau beim Schulhaus Letten und ein Ersatzneubau in der Schulanlage Zentrum. Für die Abdeckung des prognostizierten Raumbedarfs der Primarschule soll im Zentrum ein Ersatzneubau geplant werden. Dieser Raumbedarf geht aus den bestehenden Bedürfnissen sowie aus einem Prognosebericht von «Winzeler + Bühl» über die Entwicklung der Schülerzahlen in Diessenhofen hervor.
Der Schulhaus Ersatzneubau für acht Klassen der Mittelstufe soll innerhalb der blaueingefärbten Fläche geplant werden. Pro zwei Klassenzimmer wird ein Gruppenraum benötigt und auch weitere Räumlichkeiten für textiles Werken und nicht textiles Werken, eine Aula, eine Bibliothek sowie ein Lehrerzimmer sollen eingeplant werden. Davon stehen gewisse Räumlichkeiten der Mittelstufe und der Unterstufe zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung.
Insgesamt meldeten sich 116 Büros für die Teilnahme am Wettbewerb an. Davon reichten 72 Teilnehmer ein Projekt ein. Das Preisgericht war einstimmig der Auffassung, dass das Siegerprojekt «Janus» in allen Aspekten den gestellten Anforderungen gerecht wird und empfiehlt dieses zur Weiterbearbeitung.
Siegerprojekt «Janus»
In der städtebaulichen Setzung ordnet sich «Janus» - ein zweigeschossiger Flachbau - dem historischen Schulhaus eindeutig unter und lässt damit keine Frage zur Hierarchie zwischen Alt und Neu offen. Mit seiner spiegelsymmetrischen Grundfigur wird der relativ grosse Fussabdruck des Neubaus geschickt in die Umgebung eingepasst. Zudem werden zwei kleine Vorplätze artikuliert: Im Südwesten wird das Biotop mit Garten gut verortet, während im Nordosten die Innenecke an ein ringförmiges Pausendach anschliesst, das den Neubau mit überraschender Selbstverständlichkeit und Eleganz an das bestehende Schulhaus anschliesst.
Durch dieses unscheinbare Pausendach mit der offenen Mitte gelingt scheinbar mühelos ein kleines Kunststück: Die zweigeteilte Schule erhält einen einzigen, gemeinsamen Ort der Ankunft. Diese Klarheit in der Adressbildung stellt einen bemerkenswerten Beitrag für die Schulanlage als Ganzes dar.
Der zweigeschossige Bau erlaubt, dass sämtliche Klassenzimmer im Obergeschoss angeordnet werden, was den unmittelbaren Austausch unter allen 7 Klassen positiv beeinflusst. Die innenliegenden Gruppenräume sind über kleine Laternen natürlich belichtet und zu den Klassenzimmern grosszügig verglast, die Einsehbarkeit ist überall optimal gewährleistet.
«Janus» vermag mit hohem handwerklichen Können und einem gesunden Pragmatismus die Anforderungen des schulischen Betriebs auf den Punkt zu bringen. Mit beherrschten Mitteln und ökonomischer Sensibilität wird ein reiches Angebot an Aufenthalts-, Lern- und Spielbereichen geschaffen, die zu Gruppenaktivitäten innen und aussen anregen. Räumlich differenzierte Übergänge schaffen ein breites Repertoire zwischen ruhigen Rückzugsorten und kommunikativen Bereichen für die Begegnung.
Redaktion: Antonio Sedda