Erneuerung Eisstadion Davos
Selektives Verfahren
Talstrasse 41, 7270 Davos
Publikationsdatum
06.03.2017
Auftraggeber
Gemeinde Davos, vertreten durch das Hochbauamt
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Thomas Hasler (Bereich Architektur),
- Andrea Deplazes (Bereich Architektur),
- Jürg Ragettli (Bereich Architektur),
- Marcel Liesch (Bauberater),
Sachrichter
- Tarzisius Caviezel (Vertretung Politik, Landamann),
- Reto Dürst (Vertretung Politik, Departementsvorsteher Hochbau),
- Cornelia Deragisch (Vertretung Hochbauamt),
- Marc Gianola (Vertretung HCD und Spenglercup),
Wettbewerbsresultat
Aufgabe
Ziel dieses Studienauftrages ist es, ein qualitativ hoch stehendes Projekt für die Erneuerung der Vaillant Arena zu erhalten. Dies beinhaltet sowohl die Gestaltung und die Einfügung in die Gesamtanlage, wie auch die architektonische Qualität der Einzelteile. Auf eine sowohl in der baulichen Umsetzung als auch im Betrieb wirtschaftliche Lösung wird Wert gelegt.
Antrag und Empfehlungen
Das Preisgericht beantragt einstimmig den Projektvorschlag «Projekt 01, Capricorn, Marques AG Luzern», weiter zu bearbeiten. Bei der Weiterbearbeitung sind die Bemerkungen des Berichtes zu berücksichtigen. Bei der Weiterbearbeitung zu überprüfen und zu bearbeiten sind insbesondere:
- Das Raumprogramm auf der Ebene 00 muss in Einzelbereichen überarbeitet werden, im speziellen sind die geforderten Garderobenflächen zu erbringen.
- Die Sitzplätze müssen eine minimale Breite von 50 cm aufweisen.
- Entfluchtung über das Eisfeld muss überarbeitet werden.
Projektbeschriebe
Capricorn (Zur Weiterbearbeitung empfohlen)
Marques AG, Luzern
Amstein + Walthert AG, Chur
Das Projekt sieht vor, den Bestand des Eisstadions in Konstruktion und Erscheinung soweit wie möglich zu respektieren und zu erhalten, wo notwendig und möglich zu ergänzen, weiterzuentwickeln und zu einer neuen architektonischen Gesamtheit zu führen. Weitgehend in Holz erbaut, hat die Vaillant Arena im Innern mit ihrer Kreuzform und Holzkonstruktion ihre unverwechselbare einmalige Identität, Qualität und Ausstrahlung. Die neuen baulichen Massnahmen sind in Holz und in Holz-Beton-Verbundsystemen vorgesehen. In diesem Sinne von Weiterbauen sind die neuen konstruktiven und räumlichen Erweiterungen und Ergänzungen mit denselben Konstruktionsmaterialien Holz und Beton.
Die vorgesehenen baulichen Massnahmen schaffen im Äussern eine gesamtheitliche architektonische Form, die in Übereinstimmung mit ihrer konstruktiven Struktur und ihrem baulichen Charakter steht. Der imposante Innenraum und die weitergebaute äussere Erscheinung der Arena sind zu einer sinnvollen und ausdrucksstarken baulichen Gesamtheit zusammengebracht.
Neue bauliche Ergänzungen und Massnahmen sind insbesondere
- der äussere Umgang im 1. Obergeschoss, auf einer engen Stützenreihe ruhend und auskragend;
- vier Ecktreppen;
- neue Räume auf der Nord- und Südseite, Nordflügel um zwei Dachbinderfelder verlängert und ergänzt;
- Erweiterungen der westlichen und östlichen Tribünen;
- neue Holzfassaden der Giebel
Das Projekt schlägt vor, die Vaillant Arena in die Umgebung des Kurparks einzubinden und in Bezug zu den bestehenden öffentlichen Gebäuden Kongresshaus, Kirchnermuseum, Eisbahnhaus und Werkhof zu setzen. Die Umgebung des Eisstadions ist als Erweiterung des Kurparks gestaltet und die neue äussere Gestaltung der Vaillant Arena schafft ein Ensemble mit dem benachbarten Eisbahnhaus und dem Werkhof.
La Rotonda
ARGE Davos Arena, Scheitlin Syfrig und Fanzun AG,
Makiol Wiederkehr AG, Beinwil am See
La Rotonda ist ein Projekt, das ganz und gar dem Erscheinungsbild der Vaillant-Arena gewidmet ist: nach dem Umbau soll die markante Kreuzfigur der berühmten Eishalle unverfälscht wieder sofort erkennbar sein, scheinbar ohne dass Erweiterungen oder Anbauten stattgefunden hätten. Das ist vom architektonischen und ortsbaulichen Standpunkt aus zuerst einmal eine überraschende Grundlage, auf der die weiteren Schritte und Konsequenzen der Projektierung beruhen. Wer die heutige Vaillant-Arena kennt, weiss nur zu gut, dass sie keine optimale, dafür eine unverkennbare Eishalle darstellt, die dank des Spengler-Cups weltweit bekannt, einzigartig und schlicht zum Symbol für den HCD und Davos geworden ist. Dementsprechend hoch dürfte die Akzeptanz des Projekts La Rotonda bei der Bevölkerung sein...
Es liegt in der Natur des gewählten Konzepts, dass einige Sitzplätze entlang den Rändern der tiefen Apsiden nur eingeschränkte Sicht auf das Spielfeld haben und darum wegfallen. Dies wird in den Plänen auch korrekt berücksichtigt. Dank der steilen Tribünenneigungen können zwar gute Sitzplätze geschaffen werden, allerdings um den Preis, dass keine weiteren Balkontribünen möglich sind, oder solche den Rundkurs mit Treppentürmen beeinträchtigen oder sogar verunmöglichen würden.
In der Summe und im Vergleich der anderen Projekte weist La Rotonda daher am wenigsten Sitzplätze aus. Die Baukosten bewegen sich im Mittelfeld.
Crystal Palace
Pablo Horvath,Chur
Josef Kolb AG, Romanshorn
Die Verfasser des Projektes «Crystal Palace» lösen die gestellte Aufgabe mittels strategischer Erweiterungen in den Eckpartien der kreuzförmigen Anlage der Davoser Eishalle. Die heute offenen konkaven Aussenräume, die hauptsächlich als Schneedepot dienen, werden durch die vier Einbauten für die Erschliessung und die zusätzlich geforderten Räume genutzt, ohne dass der Perimeter der bebauten Anlage wesentlich erhöht werden müsste. Mit den um je eine Binderachse erweiterten Hauptdächern können alle zusätzlich benötigten Erschliessungsanlagen in dem neu definierten Volumen untergebracht werden. Durch die Anbauten wird ein völlig neues Aussenbild der Arena geschaffen.
Inspiriert vom «Crystal Palace» schlagen die Verfasser einen gläsern erscheinenden Baukörper vor. Oben auf der Kuppel wird dieses Expressive durch einen neuen Dachreiter (welcher der Entrauchung dient) noch überhöht dargestellt. Die Ansicht der Eishalle Davos wird durch diese Massnahme aber stark verändert und bildet in der äusseren Form nicht mehr das heute allseits bekannte Innenbild der hölzernen Kreuzkuppel ab...
Insgesamt stellt «Crystal Palace» einen sehr interessanten Beitrag dar, insbesondere was die Idee der vier neuen Gebäudeteile betrifft. Bei näherer Betrachtung erweist sich dieser «Befreiungsschlag» allerdings doch als recht aufwendig und liegt auf der Ebene eines Mehrwertes an Nutzung nicht ganz dort, wo man es sich erhofft hätte.
Korona
:mlzd Architekten, Biel
ProteQ GmbH, Schaffhausen
Die Verfasser des Projektes «Korona» nehmen die besondere Form der Vaillant Arena, im speziellen den grossartigen Innenraum, als Grundlage für ihre Entwurfsidee. Dabei soll die architektonische Qualität mit der skulpturalen Ausformulierung des Innenraumes mit dem sichtbaren Tragwerk bestehen bleiben. Aufbauend auf der Geometrie der bestehenden Tribünen, werden für zusätzliche Zuschauerplätze die Tribünen verlängert oder mittels Balkonen ergänzt.
Alle zusätzlichen notwendigen betrieblichen Ergänzungen werden aussen geplant. Die Verfasser schlagen eine grosszügige Ringerschliessung mit einem Haupteingang auf der Kurgartenstrasse vor...
Insgesamt stellt «Korona» einen sehr interessanten und erfrischenden Beitrag dar, insbesondere was die Entflechtung des Raumprogrammes betrifft. Bei näherer Betrachtung erweist sich dieses Konzept als recht aufwendig. Volumetrisch und in der äusseren Erscheinung mag das Projekt nicht zu überzeugen.
(Textquelle: Auszug aus dem Jurybericht)