Betreuungsgebäude Aemtler, Zürich
Offenes Verfahren
101 Aemtlerstrasse, 8003 Zürich
Publikationsdatum
09.11.2015
Auftraggeber
Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Galerie
Auftraggeber & Jury
Fachrichter
- Ueli Lindt (Amt für Hochbauten (Vorsitz)),
- Ursina Fausch (Architektin, Zürich),
- Susanne Müller (Architektin, Zürich),
- Yves Schihin (Architekt, Zürich),
- Martina Voser (Landschaftsarchitektin, Zürich),
- Martin Ladner (Architekt, Zürich),
Sachrichter
- Myrta Studer (Präsidentin Kreisschulpflege Schulkreis Limmattal),
- Marcel Handler (Leiter Abteilung Betrieb und Infrastruktur, Schulamt),
- Silvia Kistler (Abteilungsleiterin ISK Immobilien-Bewirtschaftung),
- Matthias Rach (Kunderberater ISK Immobilien-Bewirtschaftung),
- Daniela Weiland (Projektleiterin Grün Stadt Zürich),
Wettbewerbsresultat
Drei Preise für den Kreis vier, zwei für den Kreis fünf. So lautet die Bilanz der Rangliste. Die Situation am Schulhaus Aemtler erforderte viel Fingerspitzengefühl und setzte eine genaue Kenntnis der Situation voraus. Offenbar konnten die Zürcher Büros aus der nächsten Umgebung am besten darauf eingehen. Sie machten das Finale unter sich aus.
Die Schwierigkeit lag darin, zwischen einem punktförmigen und einem flächigen Gebäude zu entscheiden. Luca Camponovo vom erstplatzierten Büro benennt den Grundkonflikt: «Die Nutzer wollten viele Räume mit direktem Anschluss zu Aussenräumen, was ein flaches Gebäude bedingt. Die städtische Struktur hingegen verlangte ein prägnantes und hohes Haus.»
Das Siegerprojekt setzte auf die Variante Punkthaus: Kindergarten und Betreuung sind in einem dreigeschossigen und sehr kompakten Gebäude untergebracht. Von der Bertastrasse leicht zurückversetzt, bietet es dennoch einen grosszügigen Spielplatz für Betreuung und Kindergarten. Und bildet gleichzeitig eine neue Adresse neben der dominanten Schulanlage von Gustav Gull.
Das Projekt überzeugte die Jury neben seiner städtebaulichen Setzung auch mit dem massvollen Einsatz der Mittel: Der Fussabdruck ist mit 22 auf 27m sehr klein, damit werden die Landreserven im dicht bebauten Quartier geschont. Zudem schneidet das gedrungene Volumen bei den Baukosten und der Nachhaltigkeit sehr gut ab – offenbar war das Projekt in dieser Hinsicht der Musterschüler der Endrunde.
Der offene Projektwettbewerb zeigt einmal mehr seine Stärke: Ein junges Architektenpaar setzt sich in einem grossen Teilnehmerfeld durch und legt damit wohl den Grundstein für ein eigenes Büro. Dass rund 70 Projekte für diese kleine Aufgabe eingereicht wurden, liegt an der prominenten Lage des Gebäudes.
Keine 200m trennen das Schulhaus Aemtler vom Idaplatz, wo im Sommer bärtige Jungarchitekten ihre Pétanque-Kugeln werfen. Die Gewinner konnten damit rechnen, dass ihr Beitrag beachtet wird. Mit dem Projekt von Marianne Julia Baumgartner und Luca Camponovo steht ein Haus im Rampenlicht, das mit viel Gespür für den Ort entwickelt wurde. Es hat die Aufmerksamkeit voll verdient.
Text: Marko Sauer, Architekt